Die kurze Antwort: Der Unterhalt hängt fast vollständig von der Architektur ab. Ein WordPress-Setup braucht laufende Updates und Sicherheit als Daueraufgabe – selbst gemacht oder bezahlt. Eine individuell entwickelte, statisch ausgelieferte Website hat kaum bewegliche Teile und kommt mit einem Bruchteil des Pflegeaufwands aus. In beiden Fällen gilt: Domain, Hosting und die Pflege der Inhalte gehören ehrlich ins Jahresbudget.
Dieser Betriebsratgeber richtet sich an Schweizer KMU, die wissen wollen, welche laufenden Kosten und Risiken nach dem Website-Start wirklich auf sie zukommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die vier Kostentreiber im Betrieb: Hosting & Domain, Lizenzen, technische Wartung, inhaltliche Pflege.
- Vernachlässigte Updates sind das häufigste Einfallstor für gehackte Websites – besonders bei Plugin-lastigen CMS-Installationen.
- Statisch ausgelieferte Websites bieten von Haus aus wenig Angriffsfläche: kein offenes Login, keine Datenbank am Netz.
- Ein realistisches Unterhaltsbudget gehört in jede Website-Entscheidung – nicht nur der Erstellungspreis.
Die vier Kostentreiber im laufenden Betrieb
1. Hosting und Domain
Die Grundkosten trägt jede Website: eine Domain (ca. CHF 10–20 pro Jahr) und das Hosting. Je nach Anbieter und Leistung reicht die Spanne von wenigen Franken bis zu deutlich mehr pro Monat für verwaltete Speziallösungen.
2. Lizenzen für Plugins und Themes
Bei WordPress kommen oft Premium-Plugins und -Themes dazu: Formulare, Backups, Sicherheit, Page-Builder. Einzeln wirken die Beträge klein; zusammen ergeben sie schnell einen dreistelligen Frankenbetrag pro Jahr – dauerhaft.
3. Technische Wartung und Sicherheit
Hier trennt sich der Aufwand am deutlichsten:
- CMS-Systeme (z. B. WordPress): System, Theme und Plugins brauchen regelmässige Updates. Jedes Update kann Konflikte auslösen, also gehört ein Backup davor und ein Test danach dazu. Wer das auslagert, bezahlt eine Wartungspauschale; wer es selbst macht, bezahlt mit Zeit und Risiko.
- Statisch ausgelieferte Websites: Es gibt kein offenes Admin-Login, keine am Netz hängende Datenbank und keine Plugin-Updates. Die Wartung beschränkt sich im Wesentlichen auf das Aktuellhalten der Inhalte.
4. Inhaltliche Pflege
Der oft vergessene Posten – und der wichtigste für die Wirkung: Öffnungszeiten, Team, Preise, Angebote und rechtliche Angaben müssen stimmen. Veraltete Inhalte kosten Vertrauen, egal wie sicher die Technik ist.
Warum vernachlässigte Websites gehackt werden
Angreifer suchen nicht das eine grosse Ziel, sondern automatisiert die vielen einfachen: Installationen mit veralteten Plugins, schwachen Passwörtern und offenen Login-Masken. Die drei typischen Einfallstore bei klassischen CMS-Setups:
- Drittanbieter-Plugins und Themes – jede Erweiterung ist fremder Code mit eigenen Lücken.
- Die Datenbank – wo Inhalte und Zugänge liegen, lohnt sich der Angriff.
- Das Admin-Dashboard – eine öffentlich erreichbare Login-Maske lädt zu automatisierten Anmeldeversuchen ein.
Eine gehackte Website ist teuer: Bereinigung, möglicher Datenverlust, Warnhinweise bei Google und beschädigtes Kundenvertrauen. Falls es passiert: Zugangsdaten ändern, Hoster informieren, die Website aus einem sauberen Backup wiederherstellen und die Lücke finden – sonst wiederholt sich der Angriff.
Meine Einschätzung aus der Praxis
Die meisten KMU unterschätzen nicht die Erstellungskosten, sondern die Betriebskosten – weil sie beim Kauf niemand ehrlich aufschlüsselt. Meine Faustregel: Rechne bei einem Plugin-lastigen CMS-Setup mit einem spürbaren jährlichen Wartungsbudget oder mit eigener Zeit. Genau deshalb baue ich Websites so, dass es fast nichts zu warten gibt – und biete die Betreuung als freiwilliges Abo an, nicht als versteckte Pflicht.
Wie viel Unterhalt braucht dein Setup? Die Checkliste
- Weisst du, wer für Updates und Backups zuständig ist – du, deine Agentur, niemand?
- Kennst du deine jährlichen Gesamtkosten (Domain, Hosting, Lizenzen, Wartung)?
- Gibt es ein aktuelles Backup, und wurde die Wiederherstellung je getestet?
- Sind Inhalte, Preise und rechtliche Angaben aktuell?
- Bekommst du eine Meldung, wenn deine Website nicht erreichbar ist?
Wer eine dieser Fragen nicht beantworten kann, hat eine offene Flanke im Betrieb.
Die nächsten Schritte
Wenn du vor der Grundsatzentscheidung stehst, hilft der Vergleich Baukasten, WordPress oder individuelle Website? Bei D³ Webstudio ist der Unterhalt bewusst einfach: Websites mit minimalem Pflegebedarf, dazu die freiwillige Betreuung ab CHF 29.– pro Monat mit Hosting, Backups, Überwachung und kleinen Änderungen. Fragen zu deinem Setup? Erzähl mir kurz davon – ich sage dir ehrlich, wo du stehst.
