Die kurze Antwort: Alle drei Wege können richtig sein – je nachdem, was deine Website leisten soll. Ein Baukasten passt für den schnellen, einfachen Start mit kleinem Budget. WordPress passt, wenn du sehr häufig selbst publizierst oder ein bestimmtes Plugin brauchst. Eine individuell entwickelte Website passt, wenn Design, Geschwindigkeit und ein kleiner Pflegeaufwand wichtiger sind – und die Website vor allem neue Anfragen bringen soll.
Dieser Vergleich richtet sich an Schweizer KMU und Selbstständige, die vor der Grundsatzentscheidung stehen – und keine Lust auf Technik-Werbung haben.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Entscheidung hängt vom Ziel ab, nicht vom Werkzeug: publizieren, verwalten oder Anfragen gewinnen?
- Baukästen sind schnell und günstig im Einstieg, stossen aber bei Design, Sichtbarkeit und Eigentum an Grenzen.
- WordPress ist flexibel, verlangt aber laufende Pflege: Updates für System, Theme und Plugins.
- Individuelle Entwicklung kostet im Einstieg mehr, dafür gehören dir Design, Code und Inhalte – bei minimalem Pflegeaufwand.
Die drei Wege im Überblick
| Kriterium | Baukasten (Wix, Squarespace u. a.) | WordPress | Individuell entwickelt |
|---|---|---|---|
| Startkosten | tief (Abo) | mittel | höher (z. B. Fixpreis ab CHF 999.–) |
| Laufende Kosten | Abo dauerhaft | Hosting, Plugins, Pflege | gering (z. B. Betreuung ab CHF 29.–/Mt., freiwillig) |
| Design | Vorlagen, begrenzt anpassbar | Themes, stark anpassbar mit Aufwand | frei – entsteht aus deinem Unternehmen |
| Pflegeaufwand | gering | laufend (Updates, Kompatibilität) | minimal |
| Selbst publizieren | einfach | sehr gut (eingebautes CMS) | optional (einfaches CMS als Ergänzung) |
| Eigentum & Umzug | Plattform-gebunden | portabel mit Aufwand | Code, Inhalte und Domain gehören dir |
| Sicherheit | Plattform-Sache | hängt von Pflege ab | wenig Angriffsfläche (kein offenes Login-System) |
Weg 1: Der Baukasten – schnell und einfach
Passt, wenn: du sofort und mit minimalem Budget online sein willst, dich Design-Grenzen nicht stören und die Website vor allem eine digitale Visitenkarte ist.
Die ehrlichen Grenzen: Vorlagen sehen schnell austauschbar aus, die Ladezeit und die technischen SEO-Möglichkeiten sind nur begrenzt steuerbar, und die Website bleibt an die Plattform gebunden – kündigst du das Abo, ist der Auftritt weg. Die Monatsgebühren laufen dauerhaft weiter.
Weg 2: WordPress – der flexible Klassiker
Passt, wenn: du täglich oder wöchentlich selbst Inhalte publizierst (z. B. ein redaktioneller Blog), mehrere Personen gleichzeitig Inhalte pflegen oder ein bestimmtes WordPress-Plugin für dein Geschäft zentral ist.
Die ehrlichen Grenzen: WordPress verlangt laufende Pflege. System, Theme und Plugins brauchen regelmässige Updates – wer sie vernachlässigt, riskiert Sicherheitslücken und Kompatibilitätsprobleme; wer sie auslagert, bezahlt dafür. Weit verbreitete Systeme sind zudem das häufigste Angriffsziel: Login-Maske, Datenbank und Drittanbieter-Plugins bieten Angriffsfläche, die es bei anderen Architekturen schlicht nicht gibt. Mit professioneller Pflege lässt sich WordPress sicher betreiben – aber diese Pflege gehört ehrlich ins Budget. Mehr dazu im Ratgeber Website-Unterhalt: Kosten, Pflege und Sicherheit.
Weg 3: Individuell entwickelt – Design und Ruhe
Passt, wenn: deine Website vor allem neue Anfragen bringen soll, ein eigenständiges Design wichtig ist, du dich nicht um Technik kümmern willst und klare Fixkosten schätzt.
Individuell entwickelte Websites werden heute meist «statisch» ausgeliefert: Die Seiten sind fertig gebaut und werden nicht bei jedem Aufruf aus einer Datenbank zusammengesetzt. Das Wort schreckt manche ab, beschreibt aber nur die Technik – nicht das Erlebnis. Eine statische Website kann modern aussehen, animiert sein und Formulare verarbeiten. Sie hat einfach weniger bewegliche Teile: kein Admin-Login, keine Plugin-Updates, kaum Angriffsfläche.
Die ehrlichen Grenzen: Der Einstieg kostet mehr als ein Baukasten-Abo. Und wer täglich selbst publizieren will, braucht ein Bearbeitungssystem als Ergänzung – oder lässt kleine Änderungen über eine Betreuung erledigen.
Meine Einschätzung aus der Praxis
Die Frage, die ich im Erstgespräch stelle, ist nie «Welche Technik willst du?», sondern «Wie oft wirst du realistisch selbst Inhalte ändern?». Die ehrliche Antwort ist bei den meisten KMU: selten. Dann bezahlt man mit WordPress dauerhaft für eine Flexibilität, die man kaum nutzt – inklusive der Pflege. Umgekehrt gilt: Wem das eingebaute Redaktionssystem wirklich Arbeit abnimmt, dem rate ich auch mal ehrlich zu WordPress. Die Technik hat dem Ziel zu dienen, nicht umgekehrt.
Die Entscheidung in drei Fragen
- Publizierst du täglich oder wöchentlich selbst? Ja → WordPress ernsthaft prüfen. Nein → weiter.
- Ist die Website vor allem Visitenkarte mit Mini-Budget? Ja → Baukasten reicht für den Start. Nein → weiter.
- Soll die Website professionell wirken, schnell laden und Anfragen bringen – ohne dass du dich um Technik kümmerst? Dann ist eine individuelle Entwicklung der ehrlichste Weg.
Die nächsten Schritte
Vergleiche die Gesamtkosten über drei Jahre statt nur den Einstiegspreis – der Ratgeber Was kostet eine Website in der Schweiz? hilft mit konkreten Zahlen. Die Abwägung «selbst machen oder machen lassen» vertieft der Artikel Website selber machen oder Agentur beauftragen? Und wenn du wissen willst, was eine individuelle Website ohne WordPress konkret bedeutet: Eine Website ohne WordPress – wann das sinnvoll ist. Unsicher, welcher Weg zu deinem Betrieb passt? Erzähl mir kurz von deinem Vorhaben – ich sage dir ehrlich, was sinnvoll ist, auch wenn es nicht mein Angebot ist.
