Stripe ist ein Zahlungsdienst. Damit nimmst du auf deiner Website Kreditkarten, TWINT und Abos an, ohne Vertrag mit einer Bank. Das Konto ist gratis, du zahlst nur pro Zahlung. In dieser Anleitung füllst du das Formular «Konto aktivieren» als Einzelunternehmen aus, Schritt für Schritt. Rechne mit rund einer halben Stunde. Preise und Formular: Stand 23. Oktober 2026.
Was du vorher bereitlegen solltest
Bevor du startest, lege diese fünf Dinge neben dich:
- Pass oder ID, damit du deinen Namen genau so schreibst wie dort.
- Privatadresse und Geburtsdatum.
- Handy, für Bestätigungscodes und den Kontoschutz.
- IBAN des Kontos, auf das Stripe dein Geld überweisen soll.
- Website-Adresse. Die Seite muss online sein und darf kein Passwort haben, sonst kann Stripe sie nicht prüfen.
Das Formular hat fünf Teile. Stripe zeigt sie links als Liste:
- 1.Unternehmen verifizieren
- 2.Bank hinzufügen
- 3.Konto schützen
- 4.Extras hinzufügen
- 5.Prüfen und einreichen
Die Ausschnitte unten sind vereinfachte Nachbauten mit Musterdaten. So siehst du, was wohin gehört, ohne dass echte Daten zu sehen sind.
Schritt 1: Unternehmenstyp wählen
Teil 1 von 5: Unternehmen verifizieren
Unternehmen verifizieren
Land des Unternehmens
Unternehmenstyp
Was trage ich ein? Land «Schweiz» und als Typ «Einzelunternehmen». Das gilt für alle, die selbständig arbeiten und keine GmbH oder AG gegründet haben. Hast du eine GmbH oder AG, wählst du diese.
Tipp
Unsicher? Schau, wer auf deinen Rechnungen steht. Steht dort dein Name ohne «GmbH» oder «AG», bist du ein Einzelunternehmen.
Schritt 2: Angaben zu deiner Person
Teil 1 von 5: Unternehmen verifizieren
Angaben zu Ihrer Person
Vorname
Nachname
Geburtsdatum
Privatadresse
Telefonnummer
Was trage ich ein? Deinen Namen genau wie im Pass, auch mit zweitem Vornamen, falls er dort steht. Dazu deine Privatadresse, nicht die Geschäftsadresse, und deine Handynummer.
Tipp
Stripe gleicht den Namen mit deinem Ausweis ab. Eine Abkürzung oder ein Übername führt oft zu einer Rückfrage und kostet Tage.
Schritt 3: Unternehmensdaten
Teil 1 von 5: Unternehmen verifizieren
Unternehmensdaten
Firmenname
MWST-Nummer (optional)
Website
Die Seite muss öffentlich erreichbar sein.
Was trage ich ein? Den Namen, unter dem du auftrittst. Die MWST-Nummer ist freiwillig. Pflicht wird die Mehrwertsteuer erst ab CHF 100'000 Umsatz pro Jahr (Art. 10 MWSTG). Bei der Website gibst du deine richtige Adresse an.
Tipp
Die Website muss online sein und darf kein Passwort haben. Stripe schaut nach, ob deine Angebote, Preise und Kontaktangaben dort stehen. Eine Baustellenseite reicht meistens nicht.
Schritt 4: Produkte und Dienstleistungen
Teil 1 von 5: Unternehmen verifizieren
Produkte und Dienstleistungen
Branche
Beschreibung
Was trage ich ein? Die Kategorie, die am besten passt, und zwei bis drei Sätze: Was verkaufst du, wie bezahlen die Leute, und ist es eine einmalige Zahlung oder ein Abo?
Tipp
Schreib so, wie du es einem Nachbarn erklären würdest. Je klarer die Beschreibung, desto seltener fragt Stripe nach.
Schritt 5: Kundensupport
Teil 1 von 5: Unternehmen verifizieren
Kundensupport
Telefonnummer für Kundinnen und Kunden
Adresse für den Kundensupport
Was trage ich ein? Eine Telefonnummer, unter der dich Kundinnen und Kunden erreichen. Sie erscheint auf den Belegen.
Tipp
Wer eine Nummer findet, ruft dich bei einer Frage an, statt die Zahlung bei der Bank anzufechten. Jede Anfechtung (Rückbuchung) kostet bei Stripe CHF 20.
Schritt 6: Zahlungsbeschreibung
Teil 1 von 5: Unternehmen verifizieren
Zahlungsbeschreibung
Angezeigter Name auf der Abrechnung
So sieht Ihre Kundschaft die Zahlung auf der Kartenabrechnung.
Was trage ich ein? Einen kurzen Namen, den deine Kundschaft sofort erkennt. Am besten dein Firmenname, ohne Zusätze.
Tipp
Erkennt jemand eine Zahlung auf der Abrechnung nicht, meldet er sie oft als Betrug. Ein klarer Name verhindert das.
Schritt 7: Bankkonto und Auszahlung
Teil 2 von 5: Bank hinzufügen
Auszahlungsdetails
Währung
Name des Kontoinhabers
Muss genau mit dem Namen auf deinem Bankkonto übereinstimmen.
IBAN
Was trage ich ein? Deine IBAN zweimal und den Namen genau so, wie er bei der Bank steht. Bei den Auszahlungsterminen ist «Manuell» vorausgewählt. Ich empfehle «Automatisch jede Woche».
Tipp
Mit der wöchentlichen Auszahlung landet dein Geld von selbst auf dem Konto, und du vergisst nichts. Die allererste Auszahlung kommt laut Stripe in der Regel 7 bis 14 Tage nach der ersten echten Zahlung. Danach geht es schneller.
Schritt 8: Konto schützen
Teil 3 von 5: Konto schützen
Konto schützen
Was trage ich ein? Wähle einen Passkey (Anmeldung mit Fingerabdruck oder Gesicht) oder eine Authenticator-App wie Google Authenticator. Beide sind sicherer als ein Code per SMS.
Achtung
Stripe zeigt dir danach Backup-Codes. Speichere sie in deinem Passwort-Manager oder drucke sie aus. Ohne sie kommst du nicht mehr ins Konto, wenn dein Handy weg ist.
Schritt 9: Betrugsschutz
Teil 4 von 5: Extras hinzufügen
Betrugsschutz
Was trage ich ein? Lass es bei Radar Lite. Das ist der Grundschutz gegen Kartenbetrug und gratis. Radar Pro kostet CHF 0.09 pro geprüfter Zahlung oder ab CHF 19 im Monat (Stand 23. Oktober 2026, stripe.com/ch/radar/pricing).
Tipp
Für ein kleines Geschäft mit wenigen Zahlungen pro Woche reicht Lite. Pro lohnt sich erst, wenn du viele Zahlungen hast oder schon Betrugsfälle hattest.
Schritt 10: Steuerberechnung
Teil 4 von 5: Extras hinzufügen
Steuerberechnung
Was trage ich ein? Nichts. Überspringe diesen Schritt, solange du nicht MWST-pflichtig bist. Die automatische Steuerberechnung (Stripe Tax) kostet 0,5 % pro Zahlung (Stand 23. Oktober 2026).
Tipp
Wirst du später MWST-pflichtig, kannst du die Steuerberechnung jederzeit im Dashboard nachholen.
Schritt 11: Climate-Beiträge
Teil 4 von 5: Extras hinzufügen
Stripe Climate
Was trage ich ein? Das ist freiwillig. Mit Stripe Climate gibst du einen kleinen Teil deines Umsatzes für Projekte, die CO₂ aus der Luft holen. Du kannst es auch weglassen.
Tipp
Unsicher? Überspring den Schritt. Du kannst Climate später in den Einstellungen einschalten.
Schritt 12: Prüfen und einreichen
Teil 5 von 5: Prüfen und einreichen
Prüfen und einreichen
Unternehmen
Auszahlungen
Was trage ich ein? Nichts Neues. Lies die Zusammenfassung durch. Stimmt alles, klickst du auf «Zustimmen und absenden». Damit akzeptierst du die Bedingungen von Stripe.
Tipp
Prüfe vor allem Name, IBAN und Website-Adresse. Ein Tippfehler dort führt zu Rückfragen oder blockierten Auszahlungen.
Was es kostet
Stripe hat keine Einrichtungs- und keine Monatsgebühr. Du zahlst nur, wenn jemand bezahlt.
| Zahlungsart | Gebühr pro Zahlung |
|---|---|
| Karte aus der Schweiz | 2,9 % + CHF 0.30 |
| Ausländische Karte | 3,25 % + CHF 0.30, plus 2 % bei Währungsumrechnung |
| TWINT | 1,9 % + CHF 0.30 |
| Anfechtung (Rückbuchung) | CHF 20 pro Fall |
Für Abos kommt Stripe Billing dazu: 0,7 % des Abo-Volumens, zusätzlich zur Gebühr pro Zahlung. Bei einem Monatsabo von CHF 50 mit Schweizer Karte sind das CHF 0.35 für Billing und CHF 1.75 für die Zahlung, zusammen CHF 2.10 im Monat. Einmalige Zahlungen kosten kein Billing.
Stand 23. Oktober 2026, Billing am 24. Oktober 2026. Quellen: stripe.com/ch/pricing, Preise für lokale Zahlungsmethoden und Radar-Preise.
Gut zu wissen
Preise ohne Gewähr
Alle Preise und Formularschritte habe ich am 23. Oktober 2026 auf stripe.com/ch geprüft. Stripe kann Gebühren und das Formular jederzeit ändern. Massgebend sind die aktuellen Angaben bei Stripe. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Beispiel: Für einen Flyer-Auftrag über CHF 200, mit Schweizer Karte bezahlt, behält Stripe CHF 6.10. Bei TWINT sind es CHF 4.10. Ob Stripe oder ein Schweizer Anbieter für dich günstiger ist, zeigt der Vergleich im Artikel TWINT und Kartenzahlung auf der Website einbinden.
Nach der Aktivierung
Ist das Konto aktiv, schaltest du im Dashboard bei den Zahlungsmethoden TWINT ein. Danach braucht es noch den Weg vom Kunden zur Zahlung: einen Bezahlknopf, einen Zahlungslink oder einen kleinen Shop auf deiner Website. Wann ein richtiger Shop nötig ist, liest du im Artikel Online-Shop für Schweizer KMU.
Mein Fazit
Das Formular wirkt lang, ist aber an einem Abend erledigt. Die drei häufigsten Stolpersteine sind ein Name, der nicht genau dem Pass entspricht, eine Website hinter einem Passwort und vergessene Backup-Codes. Achte auf diese drei, dann läuft es.
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